DL1DOW - Mini-CNC

Stepcraft-CNC: Aufbau und Inbetriebnahme des Bausatzes

Der Bausatz ist ein 3D-Puzzle, das sich an einem ruhigen Samstag gemütlich aufbauen läßt. Insbesondere an dem Knotenstück zwischen X- und Z-Achse bilden Rollen und Spindelmuttern von beiden Seiten ein eng ineinandergeschachteltes Knobelspiel. Durch die hervorragende Aufbauanleitung erzeugt das aber eher Spaß als Frust. Wären wir hier in der Bausatzecke, gäbe es die volle Punktzahl.

Mechanik

Teilzusammenbau X-Z-Knoten
Teilzusammenbau der Z-Achse und der X-Achsenführung. Deutlich zu erkennen sind die kugelgelagerten Messingrollen, die als Achsenführung dienen und der Endschalter für die X-Achse.

Die Materialkombination ist etwas eigenwillig: Für die Führungen bewegen sich kugelgelagerte Messingrollen auf Aluprofilen mit runden Abschnitten. Es bleibt abzuwarten, wie robust sich das im Hobbybetrieb erweist.

Der Vortrieb erfolgt über Trapezgewindespindeln, die in Messingmuttern laufen. Für X- und Z-Achse gibt es keine separaten Spindellager. Stattdessen wird mit einer Andruckplatte das Motorlager in einer Richtung gestützt und damit spielfrei gemacht. Im Neuzustand ist damit das Umkehrspiel auf unter 0,03mm zu bekommen. Auch hier bleibt es abzuwarten, wie es mit der Dauerfestigkeit aussieht.

Wirklich negativ wirkt sich der filigrane Aufbau nur bei der Lautstärke aus. Vor allem beim Verfahren des Portals mit dem Handrad findet sich bei vielen Geschwindigkeiten eine resonante Stelle, so daß das Gerät laut und deutlich rappelt.

Für den eigentlichen Einsatzzweck wirkt sich die Nachgiebigkeit der Maschine aber erstaunlich wenig aus. Empfohlen wird als Spindel ein Proxxon IBS/E. Der hat kann maximal 1/8-Zoll-Werkzeug aufnehmen und erzeugt damit nur kleine Lasten auf das Portal. Darüberhinaus ist er angenehm leise. Beim Bearbeiten von Sperrholz (ohne Absaugung) kann man gemütlich daneben Tee trinken.

Insgesamt wirkt der Aufbau sehr durchdacht. Eigentlich sehe ich in der Gestaltung nur zwei wirkliche Schwachpunkte:

Insgesamt gibt es kaum eine Trennung zwischen Struktur- und Verschleißteilen. Ob das Gerät als Verschleißteil oder als Daueranschaffung zu werten ist, hängt wesentlich von der Ersatzteilpolitik des Herstellers ab - über die, aufgrund der Neuheit, noch wenig bekannt ist.

Elektrik

Blick von unten
Blick von unten auf die Treiberplatine

Die Elektrik der Stepcraft-CNC findet in einem halboffenen Gehäuse unterhalb der Arbeitsplatte ihren Platz. Sie ist als USB- und als Parallelport-Variante erhältlich[1]. Die Parallelport-Variante läßt sich mit nahezu allen Steuersoftwares nutzen, die USB-Variante ist derzeit auf WinCNC beschränkt. Ich nutze die Parallelport-Variante, um die Software Mach3 verwenden zu können.

Sonst gibt es über die Elektrik der kleinen Maschine nicht viel zu berichten:

Software: Mach3

Der Hersteller[1] empfiehlt „WinCNC” und legt den USB-Versionen des Geräts eine Demo-Version dieser Software bei. Ich habe allerdings die Software Mach3 kennen und schätzen gelernt - insbesondere das praktische Zusammenspiel mit SheetCam.

Der Hersteller legt der Parallelport-Version ein Hilfsblatt bei, das alle wichtigen Daten des Geräts enthält, die in der Steuersoftware konfiguriert werden müssen. Für Mach3 ist ein wenig Kopfrechnen erforderlich, aber die Einrichtung geht absolut problemlos - insbesondere, wenn man die funktionierende Konfiguration eines anderen Geräts übernehmen und anpassen kann.

Nutzung

Mini-CNC
Fertig aufgebaut: Mini-Portalfräse Stepcraft 420. Auf die Arbeitsplatte ist ein Stück HDF als Opferplatte geklebt.

Draußen scheint die Sonne und es duftet nach Grill. Kein guter Zeitpunkt, um an einer Website zu schreiben.

Mein Fazit

Links

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