Powerpole-Verteiler

Andersons PowerPole-Stecker sind (begrenzt) verpolsichere, robuste, geschlechtslose Stecker für Kleinspannung und Ströme bis 45 A, die sich auch blind stecken lassen. Das macht sie perfekt für den Einsatz im Amateurfunk-Shack. Leider haben alle käuflich erhältlichen Verteiler Nachteile. Damit wird es Zeit für einen Eigenentwurf.

Foto: Powerpole-Verteiler aus Kunststoff
Einfacher Powerpole-Verteiler (Zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Irgendwann ist es passiert: Beim Montieren des Funkgeräts ins Auto mußte der ein oder andere Stecker hinter der Verkleidung blind gesteckt werden. Also wurden die Versorgungskabel mit verpolsicheren Flachsteckern in den entsprechenden Kunststoffhülsen vorkonfektioniert, um dann das Ganze einhändig, blind, rüttelfest und polrichtig einstecken zu können. Ein häßliches Geräusch und eine kurze Geruchsbelästigung zeigten: Verpolsicher war nur ein Wunsch. Die Realität sah so aus, daß mein geliebter Mobiltransceiver einige Stunden der Reparatur vor sich hatte.

Damit soetwas nie wieder passiert, mußte ein Steckverbinder gefunden werden, der folgende Anforderungen erfüllt:

Die Wahl fiel auf Anderson PowerPoles, die über die ursprüglichen Anforderungen hinaus sogar auf 45A ausgelegt und geschlechtslos sind. Letzteres bedeutet, daß es keinen Unterschied zwischen Stecker und Buchse gibt. Damit ist jedes Kabel gleichzeitig als Anschluß- und Verlängerungskabel nutzbar. Das ist so praktisch, daß binnen kürzester Zeit mein ganzes Amateurfunk-Shack damit ausgestattet wurde.

Foto: Powerpole-Verteiler aus Kunststoff
Alle Kontakte eines Pols sind hart parallelgeschaltet. (Zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Im Amateurfunk-Shack ist allerdings eine Verteilerleiste unabdingbar. Mit dem RIGrunner [1] von West Mountain Radio gibt es eine sehr hochwertige, aber auch sehr hochpreisige Verteilerleiste, die auch bei Wimo [2] in Deutschland erhältlich ist. Nachteilig an diesem Produkt ist neben dem hohen Preis, daß die Steckverbinder einseitig verpolt eingesteckt werden können. Bei anderen Produkten sind die Stecker der Verteilerleiste so eng zusammen, daß die Stecker nur unter mechanischer Spannung in den Verteiler passen, wobei sich bei zunehmender Anzahl an Kabeln in der Verteilerleiste die Stecker wie die Stacheln eines Igels aufspreizen.

Die hier vorgestellte Variante ist sehr einfach, vermeidet aber die vorher erwähnten Nachteile: Dadurch, daß die Stecker bis zum Rand versenkt sind, ist es unmöglich, auch nur einen Pol falsch anzuschließen. So können die Stecker blind gesteckt werden, ohne daß die Gefahr besteht, z.B. über Gehäuse oder Antennenkabel einen Kurzschluß zu erzeugen. Ein ausreichender Abstand zwischen den einzelnen Steckern sorgt dafür, daß alle Anschlußkabel einzeln gesteckt werden können, ohne verspannt zu werden.

Nachteilig ist, daß sich bei dieser Bauform keine Sicherungen unterbringen lassen, und daß ein unveränderter Nachbau für den Hobbyisten ohne 3D-Drucker oder Fräse schwierig sein dürfte, solange man keine Holzoptik bevorzugt.

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