Computermäuse und andere Zeigegeräte — Teil 4: Die Standardmaus

Die Standardmaus. Zu ihr wurde schon alles geschrieben. Und das von fast jedem. Zum Glück ist im Internet viel Platz. Deswegen kommen jetzt sechs Dinge über Computermäuse, die Du vermutlich sowieso schon immer wusstest. Punkt Nummer fünf wird Dich am wenigsten überraschen!

Foto: Standardmaus
Die typische Drei-Tasten-Standardmaus mit Scrollrad und optischer Abtastung ist die Referenz für alle weiteren Modelle. (Zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Im vorherigen Teil ging es um die abstrakte Methodik, wie sich Software und ihre Bedienung mit einer Computermaus oder einem anderen Zeigegerät beschreiben läßt. In diesem Teil geht es darum, was wir mit der normalen Computermaus machen, und was die Computermaus mit uns macht.

Bei Nutzung einer Standardmaus...

Zu jedem dieser Aufzählungspunkte, der für die Nutzung einer Standardmaus zutrifft, begegnet uns noch ein Modell, bei dem das exakte Gegenteil der Fall sein wird. Aber zuerst werden diese Punkte noch einmal genauer betrachtet.

Foto: Handhaltung Standardmaus
Typische Handhaltung bei großzügiger Positionierung (Zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Bei Nutzung einer Standardmaus ist eine präzise Positionierung anstrengender als eine unpräzise Bewegung

Die meisten Nutzer schieben die Maus mit dem Daumen und dem Ring- und kleinen Finger über den Tisch. Zeige- und Mittelfinger sind locker auf die Maustasten aufgelegt oder sogar leicht angehoben, um die drei Maustasten bedienen zu können.

Für eine grobe Positionierung ruht meist der Unterarm oder das Handgelenk auf dem Schreibtisch. Bewegungen in horizontaler Richtung erfolgen durch eine Drehung im Handgelenk, bei schnellen vertikalen Bewegungen wird die Maus mit den äußeren drei Fingern geschoben oder gezogen. Ist der grobe Bildschirmbereich erreicht, wird der Unterarm nachgezogen.

Foto: Handhaltung Standardmaus
Typische Handhaltung bei präziser Positionierung: Die Maus wird nur noch mit drei Fingern geführt (sichtbar am gewölbten „Tennisballgriff“) (Zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Für eine präzise Positionierung wird der Handballen meist am Schreibtisch abgestützt, um die Maus dann mit den äußeren drei Fingern präzise positionieren zu können. Viele Nutzer spreizen bei feinster Positionierung Zeige- und Mittelfinger von den Maustasten ab, um ein feineres Gefühl für die horizontale Bewegung der Maus zu haben. Damit ist nicht nur die Bewegung selbst bei hoher Präzision anstrengender, sondern auch der anschließende Mausklick.

Bei Nutzung einer Standardmaus ist eine Bewegung bei betätigter Maustaste anstrengender als bei nicht-betätigten Maustasten

Dazu tragen zwei Mechanismen bei: Zum einen verhindert eine gedrückte Maustaste die schnelle und präzise Führung mit drei Fingern, so dass der komplette Unterarm —vor allem bei vertikalen Bewegungen— bewegt werden muss.

Der zweite Grund liegt im Muskelaufbau unseres Unterarms. Die Muskelstränge, die für die Bewegung der einzelnen Finger und der Hand zuständig sind, sind eng miteinander gepackt. Eine Vorspannung in den Muskeln für Zeige-, Mittel- oder Ringfinger beeinträchtigt auch die Beweglichkeit der Muskeln für die Positionierung der anderen Finger und des Handgelenks. Dadurch, dass unser Handgelenk einwärts gedreht ist, wenn unsere Handfläche auf dem Mausrücken liegt, wird dieser Effekt noch verstärkt.

Bei Nutzung einer Standardmaus ist eine Bewegung (für einen Rechtshänder) bei betätigter rechter Maustaste anstrengender als bei betätigter linker und eine Bewegung bei mehreren anstrengender als bei nur einer betätigten Taste

Der Zweite Grund ist auch dafür verantwortlich, dass bei einer gedrückten rechten Maustaste der Arm noch stärker als bei einer gedrückten linken Maustaste verspannt ist, da die Muskeln für den Mittel- oder Ringfinger stärker an die anderen Muskeln im Unterarm gekoppelt sind. Mehr vorgespannte Muskelstränge für mehrere betätigte Tasten schränken die Beweglichkeit noch weiter ein.

Bei Nutzung einer Standardmaus ist die Betätigung der rechten Maustaste nur wenig anstrengender als der linken und der Wechsel zwischen linker und rechter Maustaste im Stillstand relativ problemlos möglich

Das können Sie selbst ausprobieren.

Fazit

Um beurteilen zu können, wie anstrengend die Arbeit mit einer bestimmten Software ist, reicht es nicht aus, die Anzahl der Klicks oder den zurückgelegten Weg zu vergleichen. Mit den atomaren Aktionen aus Teil 2 und Teil 3 haben wir jedoch das Handwerkszeug für einen brauchbaren Vergleich schon bei der Hand. Im nächsten Teil nutzen wir dieses Wissen, um zu ergründen, für welche Anwendungsfälle welche Mausformen Vor- und Nachteile mit sich bringen.


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